- Mende, MS216WDK -



Diese Geräte der Radio Mende & Co GmbH aus Dresden kamen in verschiedenen Ausführungen 1939/40 auf den Markt. Mein Gerät ist eine Wechselstromversion mit 6 einstellbaren Feststationen, die über Druckschalter anwählbar sind. Es ist ein 6-Kreis Superhet für LW, MW und KW mit einem zusätzlichen Eingang für einen Plattenspieler. Der offizielle Verkaufspreis betrug damals 249 Reichsmark. Die Röhrenbestückung ist ECH11, EBF11, EFM11, EL11 und AZ11. Die nächsten Fotos zeigen das fertig restaurierte Gerät. Das Gehäuse ist mit einem wunderschönen Furnierwurde versehen. Es wurde gründlich gereinigt und der Lack aufpoliert. Es handelt sich dabei um den Originallack von 1939.

MS216WDK

MS216WDK

MS216WDK

MS216WDK

Die Rückseite:

MS216WDK

MS216WDK

Das Typenschild meines Gerätes:

Typenschild

Für die nun folgende Restauration wurden sämtliche Komponenten aus dem Gehäuse ausgebaut. Der Kunststoffrahmen an der Front wurde gründlich gereinigt, aufpoliert und die Goldlinierung erneuert. Leider hatte der Lautsprecherstoff einen Riss und musste daher durch einen neuen Stoff ersetzt werden. Am Chassis wurden alle Papierwickelkondensatoren, der Blockkondensator und die Elkos komplett mit neuen Kondensatoren bestückt, so bleibt der originale look erhalten. Ebenso die Kondensatoren im Netzteil, ausser dem Siebelko, der zu meinem Erstaunen noch völlig intakt war. Einige Bilder der ungereingten Chassisunterseites mit noch nicht erneuerten Kondensatoren:

Chassisunterseite

Chassisunterseite

Chassisunterseite

Chassisunterseite

Das Lautstärkepoti mit dem Netzschalter ist vom Chassis seitlich ausgelagert.

Poti

Der Drehkondensator.

Drehko

Ein Blick auf die Rückseite der Skaleneinheit zeigt die Skalenbeleuchtung und die EFM11. Links neben der EFM11, hinter der weissen Pappe, ist eine rotierende Blende zur Anzeige des gewählten Wellenbereiches. Sie sitzt vor der Skala und bekommt von hinten von einer Pappblende reflektieres Licht.

Skala

Bewegt wird die Blende über einen Seilantrieb von einem Hebel am Wellenschalter. Eine Feder hält den Mechanismus dabei auf Spannung. Auf dem nächsten Bild sieht man den Wellenschalter mit Betätigungsnocken und Hebel für die Bereichsanzeige. Ein kleiner Teil des Chassis ist auch bereits gereinigt.

Wellenschalter

Hier sieht man deutlich den Unterschied zwischen gereinigten und noch verschmutztem Chassis.

Chassis_teilweise_gereinigt

Nach kompletter Reinigung aller Chassisteile stand die erste Inbetriebnahme an. Von der ursprünglichen AZ11 waren leider nur noch der Sockel und einige Glasscherben vorhanden, daher musste zunächst eine brauchbare AZ11 gefunden werden. Die anderen Röhren wurden auf dem Prüfengerät getestet und erwiesen sich als völlig in Ordnung, die EFM11 leuchtete allerdings nur noch sehr schwach. Also eine brauchbare AZ11 gesucht, alle Röhren eingesteckt, den elektrodynamischen Lautsprecher und das Netzteil angeschlossen und eingeschaltet. Auf Anhieb waren einige Stationen zu empfangen, allerdings nur sehr schwach. Ein Neuabgleich des Gerätes musste daher durchgeführt werden. Die nächsten Fotos zeigen den Vorkreis (links) und den ZF-Kreis (rechts) bei abgenommenen Hauben.

ZF-Filter

ZF-Filter

Je nach Auslieferungsbereich kamen insgesamt drei verschiedene Zwischenfrequenzen zum Einsatz. Mein Gerät hat eine ZF von 473kHz für Westdeutschland, die normale Version hat 468kHz und die Version für die Ostmarkt hat 482 kHz. Der Neuabgleich war allerdings nicht ganz so einfach durchzuführen. Teilweise reichte der Einstellbereich der Trimmer nicht aus weshalb ich kleine Festkondensatoren ergänzen musste. Komplett neu abgeglichen ist der Empfang des Gerätes erstaunlich gut, selbst in meiner Kellerwerkstatt sind etliche Staionen mit nur einem Meter Draht als Antenne lautstark zu hören. Die allermeisten Radios empfangen dort kaum einen Sender. Allerdings wollten die Feststationstasten noch nicht funktionieren, kein Empfang. Das nächste Bild zeigt diese Einheit.

Drucktasten

In die Druchtasten konnten kleine Schildchen mit den Stationsnamen der entsprechend eingestellten Sender eingelegt werden. Leider neigen die Tasten zur Rissbildung. Um die Sender einstellen zu können gibt es zu jeder Taste eine einstellbare Spule und einen Trimmkondensator. Drückt man die entsprechende Taste so rastet sie mechanisch ein und ein damit verbundener Schalter stellt die elektrischen Verbindungen her. Über eine mechanische Kopplung mit dem Wellenschalter wird die eingedrückte Taste automatisch bei Drehung des Wellenschalters wieder ausgeworfen. Nach Reinigung der Schalterkontakte funktionierte dann auch der Drucktastensatz. Jetzt konnte endlich alles zusammengebaut werden. Das nächste Bild zeigt das mittlerweile komplett gereinigte Chassis von hinten.

Chassis

Die komplett gereinigten Einbauteile an Ort und Stelle. Es muss nur noch die AZ11 eingesteckt und die neu gekaufte EFM11 eingebaut werden.

Einbauteile